Verein für Hautkrebsforschung

Adjuvante Therapie mit Ipilimumab zeigt eine Verlängerung des rezidivfreien Intervalls um ca. 10 Monate

01-07-2014

Die EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) hat im Rahmen einer grossen internationalen Studie knapp 1'000 Patienten eingeschlossen. Im Rahmen dieser doppelblinden randomisierten Studie wurde die Hälfte der Patienten mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. Die andere Hälfte erhielt das Medikament Ipilimumab. Ipilimumab ist ein monoklonaler Antikörper, der einen "Bremsrezeptor" auf den T- Lymphozyten löst und damit zu einer Aktivierung des Immunsystems führt.

Im Vergleich mit der Kontrollgruppe haben die Patienten, die mit dem Antikörper behandelt wurden deutlich verzögert einen Rückfall ihrer Krankheit erfahren. Die Verbesserung liegt im Bereich von 9 – 10 Monaten. Wie bei anderen Studien mit dem Antikörper Ipilimumab darf man hoffen, dass der Effekt anhaltend ist und auch nach mehreren Jahren nachzuweisen sein wird. Für Patienten mit metastasierendem Melanom liegen ja bereits 10 Jahre nach Beobachtungszeit vor und der Vorteil der Ipilimumab-Behandlung ist immer noch nachweisbar. Im Gegensatz zum Interferon scheint diese Behandlung auch in höheren Stadien (N1b-N3) wirksam zu sein.

Besonders gut reagieren Patienten deren Primärtumor ulzeriert war. Leider ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Der ursprüngliche Behandlungsplan von 3 Jahren konnte bei weniger als die Hälfte der Patienten durchgeführt werden. Knapp 50% der Patienten mussten wegen Nebenwirkungen die Behandlung bereits nach 3 Monaten abbrechen. Es traten die für diese Behandlung bekannten Nebenwirkungen, wie Hautausschläge, Durchfall durch eine Entzündung des Dickdarms und Entzündungen von hormonproduzierenden Organen auf. Diese Nebenwirkung ist sehr unangenehm, weil sie in Einzelfällen zu einer lebenslangen Hormonersatz-Therapie führen kann. Es wird sicherlich eine Herausforderung sein, diese Ergebnisse in der täglichen klinischen Praxis umzusetzen. Es ist im Moment noch nicht bekannt, ob der Antikörper für die Indikation adjuvanter Therapie zugelassen werden wird.

BRAF-mutierte fernmetastasierte Melanome: deutlicher Vorteil für die Kombinationsbehandlung

In einer prospektiv randomisierten Studie wurde erstmals eine kombinierte Therapie mit Kinase-Inhibitoren verglichen gegen eine Monotherapie. Zur Anwendung kam der BRAF-Inhibitor Dabrafenib in Kombination mit Placebo oder in Kombination mit Trametinib, ein MEK-Inhibitor. Insgesamt wurden knapp 500 Patienten eingeschlossen. Die Studie zeigt eine eindeutige Verbesserung des rezidivfreien Intervalls und sogar des Gesamtüberlebens. In Zusammenschau mit einer Nachuntersuchung der Phase II-Daten, die eine mittlere Gesamtüberlebenszeit von 24 Monaten für Patienten, die mit Kombination behandelt wurden zeigten, können wir heute die Kombinationsbehandlung als Standard betrachten. Insbesondere auch deswegen, weil die Nebenwirkungsrate bei der Kombinationsbehandlung geringer ist. Insbesondere entstehen weniger Neoplasien an der Haut, wie Keratoakanthome oder spinozelluläre Karzinome. Diese Hauttumoren werden als Indikatoren für eine gesteigerte Karzinogenese angesehen, die auch Tumoren innerer Organe, wie Kolonkarzinome oder Pankreaskarzinome und sogar Leukämien einschliesst.

Langzeitüberleben für den Anti-PD1 Antikörper MK2475

Die Monotherapie mit dem Anti-PD1 Antikörper MK2475, der wie Ipilimumab in die Interaktion zwischen Immunzellen und Antigene präsentieren, bzw. Tumorzellen angreift, sind sehr ermutigend. Es ist zu erwarten, dass diese Antikörper, die Überlebensaussichten von Patienten mit metastasierenden Melanom unabhängig vom Mutationsstatus und unabhängig von einer Vorbehandlung mit Ipilimumab wesentlich verbessern können. Im Mittel liegt die 1-jahres Überlebensrate bei knapp 69%, nach 18 Monaten sind noch 63% der Patienten am Leben. Auch diese Behandlung ist mit insgesamt geringer Nebenwirkung verbunden, sodass wir hoffen, dass diese Behandlung möglichst bald allen Patienten mit metastasierendem Melanom zur Verfügung steht.

Ipilimumab und PD1-Kombinationstherapie

Ipilimumab wurde im Rahmen einer grossen Studie mit ca. 100 Patienten intensiv untersucht in Kombination mit dem Anti-PD1-Antikörper Nivolumab. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt. Sie sind etwas schwierig zu interpretieren, weil sehr viele verschiedene Dosis-Stufen untersucht wurden. Jedoch sprechen die Daten deutlich dafür, dass diese Behandlung sehr wirksam ist. Die 1-jahres Überlebensrate liegt bei mind. 80% bis zu 90%. Fast 50% der Patienten zeigen eine deutliche Verkleinerung des Tumorvolumens. Jedoch muss dieser im Vergleich zur Monotherapie mit PD1-Antikörpern etwas besseren Effekt mit einer höheren Nebenwirkungsrate erkauft werden. Es bleibt abzuwarten, wie deutlich die Vorteile der Kombinationstherapie sind, bevor hier eindeutige
Therapieempfehlungen gegeben werden können

Hautkrebspreis 2017

Skin Cancer Award

Es freut uns sehr, Ihnen mitzuteilen, dass der Verein für Hautkrebsforschung in Zusammenarbeit mit der Firma Pierre Fabre 2012 einen Forschungspreis für junge Wissenschaftler im Bereich Dermato-Onkologie ins Leben gerufen hat.

Erfahren Sie mehr 

Newsletters

  • Neuigkeiten von der ESMO (European Society for Medical Oncology)

    Vom 8. – 12. September 2017 fand die Jahrestagung der European Society of Medical Oncology in Madrid statt. Für das Melanom der Haut gab es eine ganze Reihe von bahnbrechenden Ergebnissen.

    Written on Tuesday, 26 September 2017 00:00
Weitere

Unterstützen Sie uns!

Unterstützen Sie uns im Kampf gegen Hautkrebs

Mit einer Spende können Sie uns Im Kampf gegen Hautkrebs helfen!

Donatoren können selber entscheiden, welche Form von Unterstützung sie wählen möchten 

Erfahren Sie mehr