Verein für Hautkrebsforschung

Licht im Tunnel? Die photoaktive Krebsimpfung

18-01-2018 Hautkrebsforschung

Ein Derma-Forschungsprojekt mit Unterstützung der Schweizer Krebsliga 

Mit lichtempfindlichen Substanzen greifen von der Schweizer Krebsliga unterstützte Forschende im Team von Professor Pål Johansen in das Geschehen innerhalb der Abwehrzellen ein – und rücken so der Vision von einer Impfung gegen Krebs einen Schritt näher.

Eine Impfung, die vor Krebs schützt, ist ein alter Wunschtraum in der Medizin. Mit der Impfung gegen humane Papillomaviren – und dem Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, den sie auslösen können – ist der Traum zwar zum ersten Mal ein Stück weit Realität geworden, doch beim Schutz vor anderen Krebsarten sind ernstzunehmende Erfolge bisher leider ausgeblieben. «Das liegt daran, dass das Immunsystem Impfstoffe auf zwei Arten verarbeiten kann – und die Krebsimpfstoffe den falschen Verarbeitungsweg durchlaufen», sagt Pål Johansen, Forschungsgruppenleiter an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich.

Jede Immunreaktion beginnt damit, dass spezialisierte Abwehrzellen – die so genannten Antigen-präsentierenden Zellen – das Antigen (oder den Impfstoff) aufnehmen. Je nachdem, ob das Antigen im Inneren der Abwehrzellen in einem Zellbläschen oder frei im Zellsaft schwimmt, wird es unterschiedlich abgebaut – und an der Oberfläche der Antigen-präsentierenden Zelle ausgewiesen. Standardmässig gelangen Antigene in das Zellbläschen und von dort schliesslich zum MHC2-Komplex, der im Immunsystem vor allem bei den Wechselwirkungen für die Herstellung von Antikörpern eine Rolle spielt. Gelangt ein Antigen allerdings in den Zellsaft, bindet es sich an den MHC1-Komplex, der vor allem mit der Reifung von zytotoxischen T-Zellen – den so genannten Killerzellen – in Zusammenhang steht.

Im Kampf gegen Tumorzellen erweisen sich die Killerzellen als effektiver als die Antikörper. Im Forschungsprojekt von Johansen und seinem Team geht es deshalb darum, die Impfstoffe aus den Zellbläschen in den Zellsaft der Antigen-präsentierenden Zellen zu überführen. In Versuchen mit Mäusen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Impfstoff zusammen mit einer lichtempfindlichen Substanz unter die Haut gespritzt. Als sie die Mäuse danach intensivem Licht aussetzten, sorgte die lichtempfindliche Substanz für das Aufplatzen der Bläschen im Inneren der Antigen-präsentierenden Immunzellen. Dadurch gelangte der Impfstoff in den Zellsaft – und die Immunantwort führte verstärkt zur Ausbildung von Killerzellen.

«Bei Mäusen funktioniert das Prinzip gut», sagt Johansen. Nun plant sein Team – in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner in Norwegen – erste Versuche an Menschen. Sollten sich die ermutigenden Resultate aus den Tierversuchen bestätigen, hätte sich die Medizin einen weiteren Schritt an die Erfüllung ihres Wunschtraums herangetastet.

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