Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter

Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter 08

31-08-2011

Neues Buch zur Diagnose und Behandlung von Hautkrebserkrankungen

In Zusammenarbeit mit Opinion Leaders in Australien, USA, Afrika und Japan hat Prof. R. Dummer ein Buch zur Diagnostik und Therapie bei malignen Erkrankungen der Haut herausgegeben. Erstmalig steht damit ein Buch zur Verfügung, das die neusten Ergebnisse zur Pathogenese Diagnostik und Therapie entsprechend der WHO- Klassifikation für Hautkrebserkrankungen zusammenfasst und dabei Beiträge aus allen 5 Kontinenten enthält.

Malignes Melanom 
Standards und Innovationen in Diagnostik und Therapie; Das praxisorientierte Buch stellt bewährte Standards in Versorgung von Melanompatienten dar und informiert über neuste Diagnose/Therapieverfahren wie molekulare Melanomklassifikation, Chipdiagnostik und Melanomvakzinierung.

Herausgegeben von Ulrich R. Hengge, Hautklink Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Prof. Reinhard Dummer, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Deutscher Aerzte-Verlag, 2006 (ISBN 978-3-7691-0481-3)

Hautkrebstag 2011

Zusammen mit niedergelassenen Dermatologen in der ganzen Schweiz, unter der Leitung der Schweizer Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie hat die Dermatologische Klinik des UniversitätsSpitals Zürich im Rahmen des nationalen Hautkrebstags am 09. Mai 2011 einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Diese Veranstaltung wurde von PD Dr. A. Cozzio und Prof. R. Braun organisiert. 

Bereits zum sechsten Mal bot die Dermatologische Klinik des USZ kostenlose und anonyme Erstunterschungen von unklaren Hautveränderungen an. Nicht nur der Andrang von rund 1000 Personen, sondern auch die diagnostizierten Veränderungen (20 Melanom Verdachtsfälle, 50 heller Hautkrebs Verdachtsfälle und zahlreiche Vorstufen von hellem Hautkrebs) bestätigen den Trend, dass Hautkrebs eine Volkskrankheit ist.

Neben dem Angebot der kostenlosen Vorsorgeuntersuchung für Hautkrebs fand auch ein öffentlicher Vortrag für das breite Publikum statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung haben Prof. R. Braun, PD Dr. A. Cozzio, Prof. R. Dummer und PD Dr. G. Hofbauer auch auf Aspekte hingewiesen, die für die gesamte Bevölkerung interessant ist. Es wurden zahlreiche interessierte Fragen gestellt, die zeigen, dass das Thema Hautkrebs für die Öffentlichkeit ein wichtiges Problem darstellt.

Auch die Medien hatten reges Interesse am Thema. So kamen Berichte in der deutschen und italienischen Tagesschau des Schweizer Fernsehens, weiterführende Beiträge in der Gesundheitssendung SF Puls und Check-Up, einem neuen Gesundheitsformat von TeleZüri; sowie in zahlreichen weiteren Medien. Mit viel Engagement hat das Team der Dermatologischen Klinik zum Gelingen des Tages beigetragen.

Begleitend zu diesen Aktivitäten wurde auch im Rahmen einer Internetaktion in Zusammenarbeit mit La Roche- Posay für mehrere Wochen eine Plattform zur Früherkennung und Prävention von Hautkrebs unterhalten. Über diese Plattform konnten besorgte Menschen Fotos von Hautläsionen einsenden, die dann von Dermatologen kompetent beurteilt wurden. Diese Aktivität soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Aufbau und Zertifizierung des Hautkrebszentrums

Das grosse Projekt in unserer Klinik ist der Aufbau und die Zertifizierung eines Hautkrebszentrums nach den Richtlinien von Onkozert im Rahmen des Tumorzentrums des USZ, welches unter der Leitung von Prof. R. Braun durchgeführt wird. Im Rahmen der Zertifizierung wird ebenfalls eine ISO-Zertifizierung der Dermatologischen Klinik und eine Akkreditierung des Labors durchgeführt werden.

Weitere positive Signale zur Behandlung des fortgeschrittenen, metastasierenden Melanoms

Beim ASCO-Jahreskongress 2011 in Chicago wurden gleich zwei Studien mit positivem Ergebnis bei malignem Melanom in der Plenarsitzung diskutiert oder eher gefeiert. Für Ipilimumab ist es im Abstand von einem Jahr die zweite grosse Studie, die ein positives Ergebnis brachte; das erste Mal in Zweitlinien-, dieses Jahr in Erstlinienbehandlung.

Der humane Antikörper Ipilimumab aktiviert indirekt das Immunsystem. Er wurde vor einigen Monaten in den USA aufgrund des signifikanten Überlebensvorteils bei fortgeschrittenem malignem Melanom zugelassen - das erste Medikament, das in dieser Situation einen Überlebensvorteil nachweisen konnte.

In diesem Jahr stellte Professor Jedd Wolchock, Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York City, die Resultate von Ipilimumab zusätzlich zur Standard-Chemotherapie in Erstlinientherapie des fortgeschrittenen, nicht resezierbaren malignen Melanoms vor. Die 502 Patienten erhielten randomisiert Ipilimumab und Dacarbazin oder Placebo und Dacarbazin. Nach einem Jahr lebten noch 47,3% der Patienten im experimentellen Arm und 36,3% im Standardarm, nach zwei Jahren 28,5 versus 17,9%, nach drei Jahren 20,8% versus 12,2%. Das mediane Gesamtüberleben betrug 11,2 versus 9,1 Monate (Unterschied signifikant), doch einige Patienten sprechen offenbar besonders gut an und überleben schon seit vier Jahren. Wie auch im letzten Jahr wiesen die Forscher darauf hin, dass die Tumorprogression unter diesem immunaktiven Medikament nicht wie unter konventionellen Chemotherapeutika beurteilt werden kann, da die Wirkung allmählich einsetzt und der Tumor zunächst noch (vermeintlich) durch die Immunreaktion an Grösse zunehmen kann. Das Gesamtüberleben ist hier daher der bessere Parameter. Bei Patienten mit objektivem Ansprechen hielt es signifikant länger an (19,3 versus 8,1 Monate).

Die zweite dieses Jahr erfolgreiche Melanom-Studie betrifft den BRAF-Inhibitor Vemurafenib. Etwa jedes zweite maligne Melanom beherbergt eine Mutation im BRAF-Gen, die durch Vemurafenib inaktiviert werden kann. Auch diese Substanz ist ein Primus: das erste Medikament, das in Monotherapie ein verlängertes Überleben (und auch progressionsfreies Überleben) bei fortgeschrittenem malignen Melanom erzielt – allerdings nur bei Patienten mit BRAF-Mutation. In mehr als 100 Zentren weltweit wurden die 675 Patienten innerhalb eines Jahres rekrutiert. Sie erhielten randomisiert kontrolliert das oral einnehmbare Vemurafenib oder den Standard Dacarbazin. Eine Interimsanalyse wurde für den Zeitpunkt geplant, an dem 50% der für die abschliessende Analyse notwendigen Todesfälle eingetreten sind. Zum Zeitpunkt dieser Interimsanalyse lag die Risikoreduktion für das Eintreten des Todes bei 63% und für Progession bei 74%. Aufgrund dieses hochsignifikanten Vorteils wurde den Patienten im Standardarm erlaubt, in den experimentellen Arm zu wechseln. Das Medikament ist verträglich, spezifische Nebenwirkungen betreffen eine teilweise sehr deutliche Photosensibilität sowie das Auftreten von Spinaliomen, die sich jedoch in jedem Fall folgenlos exzidieren liessen.

Die beiden neuen Medikamente könnten sich in ihrer Wirkung und Wirkungskinetik gut ergänzen – auf Vemurafenib sprechen die Patienten sehr rasch an, auf Ipilimumab lang anhaltend. Für Patienten mit BRAF- Mutation soll daher zukünftig die Kombination aus den beiden Optionen untersucht werden. Die Kooperation der beiden Firmen bei diesem Projekt wird von Onkologen und Dermatologen sehr begrüsst.

Mit diesen positiven Resultaten können wir nun sicher allen Patienten mit fortgeschrittenem Melanom eine Behandlung mit nachgewiesener Wirkung anbieten.

Forschungsförderung

Wie mehrfach mitgeteilt, hat sich der Verein bemüht, eine Assistant Professorship für experimentelle Dermato- Onkologie einzurichten. Die Stelle ist ausgeschrieben worden und einige Bewerber hatten sich im Rahmen des Berufungsverfahrens vorgestellt. Leider konnte sich die Berufungskommission nicht auf einen geeigneten Kandidaten einigen. Die Stelle konnte somit nicht mit einem entsprechend qualifizierten Mitarbeiter besetzt werden.

In der Zwischenzeit haben wir die Stelle in eine Habilitationsförderungsstelle umgewandelt, die einer/m jungen Biologin/Biologen die Möglichkeit geben soll, innerhalb der nächsten 6 Jahren eine Habilitation für experimentelle Dermatologie zu erarbeiten.

Ziel der Stelle ist es, eine/n junge/n Mitarbeiter/in mit der Qualifikation eines Doktors rer. nat., eine Postdoc-Stelle zu finanzieren, die eine kontinuierliche Forschungsarbeit im Bereich der Dermato-Onkologie bietet.

Die Stelle beinhaltet neben der Untersuchung von genetischen, epigenetischen und transkriptionellen Besonderheiten von Tumorzellen der Haut, auch die Betreuung von PhD-Studenten, die im Rahmen des Cancer Networks Zürich rekrutiert werden.

Es haben sich bereits mehrere Kandidaten für diese attraktive Stelle gemeldet.

Vorstand

Herr Prof. Hunger ist seit einem Jahr nun aktiv an der Vorstandsarbeit des Vereins beteiligt. Wir freuen uns, dass wir mit ihm einen so engagierten Berner Kollegen gewinnen konnten.

 

 Newsletter 08   

Hautkrebspreis 2017

Skin Cancer Award

Es freut uns sehr, Ihnen mitzuteilen, dass der Verein für Hautkrebsforschung in Zusammenarbeit mit der Firma Pierre Fabre 2012 einen Forschungspreis für junge Wissenschaftler im Bereich Dermato-Onkologie ins Leben gerufen hat.

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Aktuelles

  • SWISS MEDICAL FORUM – SCHWEIZERISCHES MEDIZIN-FORUM 2017;17(33):678–685

    Hautkrebserkrankungen gehören zwar zu den häufigsten Malignomen beim Menschen, lassen sich aber in der Regel einfach rechtzeitig erkennen und kurativ behandeln. Die therapeutischen Möglichkeiten sind in den letzten Jahren wesentlich verbessert worden. Essentiell für das Management von malignen Hauttumoren und die klinische Forschung ist ein gut organisiertes Netzwerk aus Behandlungszentren und niedergelassenen Spezialisten.

    Written on Saturday, 19 August 2017 16:52
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