Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter

Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter 10

20-08-2013

Neuigkeiten vom grössten Krebskongress der Welt der American Society of Clinical Oncology, 31.05.2013 – 04.06.2013 in Chicago USA

Der Jahreskongress der ASCO ist und bleibt das wichtigste onkologische Ereignis. Früher hatte das Melanom eine Aussenseiterrolle. Es kamen maximal 200 Personen zu den verschiedenen Vorträgen. Das hat sich inzwischen geändert. In den letzten Jahren durch die Erfolge in der zielgerichteten, individualisierten Behandlung (Vemurafenib) und in der Immuntherapie (Ipiliumumab).

Dieser Trend hat sich 2013 fortgesetzt. Es wurden im Rahmen eines speziellen Symposiums zum Thema "Immune Checkpoints" die Ergebnisse von klinischen Studien mit zwei neuen Antikörpern vorgestellt. Diese Antikörper binden an das PD1-Molekül. Ähnlich wie Ipilimumab ist das in der Kontrolle von Immunantworten beteiligt. Über PD1 können Tumorzellen Immunzellen inaktivieren. Die wiederholte Gabe von Antikörpern gegen PD1 wird relativ gut vertragen. Es kommt zu Lebertoxizität, gelegentlich zu Lungentoxizität und selten zu Autoimmunphänomenen.

Die Wirksamkeit dieser Antikörper ist äusserst beeindruckend. Fast die Hälfte aller Patienten reagiert mit einem Ansprechen, wobei die Abnahme des Tumorvolumens häufig mehr als 80% beträgt. Unter Fortsetzung der Antikörpergabe hält dieser Effekt an. Die mittlere Dauer einer Remission beträgt nach den aktuellsten Ergebnissen 2 Jahre. Aufgrund der vorgestellten Daten kann man davon ausgehen, dass mit dem PD1-Antikörper ein neues, sehr wirksames Medikament gegen das metastasierte Melanom vorliegt. Eine weitere Verbesserung kann möglicherweise eine Kombination von Anti-PD1- Antikörper mit Anti-CTLA4-Antiköpern, wie Ipilimumab bringen. Eindrucksvoll sind auch die zur Zeit vorliegenden Überlebenszeiten. Intensiv vorbehandelte Patienten weisen unter dieser Therapie eine 80% Überlebensrate nach einem Jahr auf. Das ist ausserordentlich hoch für diese Patientenpopulation.

Die Ergebnisse zu diesen Studien wurden, wie schon fast üblich, auf der ASCO zeitgleich im New England Journal of Medicine am 02. Juni 2013 publiziert. Wir sind sehr gespannt, ob wir mit diesen neuen Molekülen näher an unserem Ziel, der Heilung von Patienten mit metastasierenden Melanomen, herangerückt sind.

www.skincancer.ch

Die Homepage wurde unter Mithilfe unserer Doktorandin, Frau Frauchiger, neu gestaltet. Neu eingeführt wurde ein diagnostisches Quiz mit vielen pigmentierten Läsionen. Wie in früheren Vorstandssitzungen besprochen, haben wir auch jetzt eine Sektion "in Memoriam" eingeführt. An dieser Stelle gedenken wir all unseren, an Hautkrebs verstorbenen Patienten.

Nationaler Hautkrebstag, 13. Mai 2013

Auch 2013 hat sich das Hautkrebszentrum an der Dermatologischen Klinik des UniversitätsSpitals Zürich am nationalen Hautkrebstag der Schweizer Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie beteiligt. An diesem Tag konnte jede Person ohne Voranmeldung eine Läsion, die sie oder ihn beunruhigte, einem Dermatologen der Dermatologischen Klinik des UniversitätsSpitals Zürich zeigen.

Im Vorfeld wurde diese Aktion durch mehrere Anzeigen in der Zeitschrift "20 Minuten" veröffentlicht. Aufgrund der ungünstig liegenden Feiertage, aber vor allem wegen des verspätetet eingetroffenen Sommers, war die Beteiligung diesmal nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren. In diesem Jahr wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hausarztmedizin ein Forschungsprojekt durchgeführt welches vom Schwerpunkt Hautkrebs unterstützt wurde.

Hohe FoxP3 Expression ist ein Zeichen für eine schlechte Prognose bei Melanompatienten (Prof. R. Hunger)

In einer Studie am Inselspital Bern wurden neue prognostische Marker für das Melanom untersucht. Dazu haben wir an immunhistochemischen Färbungen von 191 Melanomen die Expression von FoxP3 untersucht. FoxP3 ist ein Transkriptionsfaktor, der bei der Immunantwort eine wichtige Rolle spielt. Er wird vor allem von regulatorischen T Zellen exprimiert. Regulatorische T Zellen spielen bei der Hemmung einer Immunreaktion eine wichtige Rolle. Wir können nun spekulieren, dass eine grosse Anzahl von regulatorischen T Zellen in einem Melanom die Immunantwort hemmt und so die Ausbreitung des Melanoms fördert. In unserer Arbeit konnten wir nun zeigen, dass Patienten bei denen im Melanom viele regulatorische T Zellen, die FoxP3 exprimieren, gefunden werden, eine schlechtere Prognose haben, als Patienten mit nur wenigen regulatorischen T Zellen. Weitere Studien werden notwendig sein um genau Nachzuweisen welchen Stellenwert die Bestimmung der FoxP3 exprimierenden Zellen für die Prognose der Melanompatienten hat.

  In der Abbildung links ist ein Beispiel einer immunhistochemischen Färbung eines Melanoms mit FoxP3 zu sehen. Die Zellkerne der FoxP3 exprimierenden Lymphozyten sind rot angefärbt, die Zellkerne aller andern Zellen blau.


Aktuelles Forschungsprojekt

Dr. Mitch Levesque leitet und koordiniert die Forschung zur Hautkrebs an der Dermatologischen Klinik des UniversitätsSpitals Zürich. In diesen Projekten bestehen immunologische und molekularbiologische Aspekte im Vordergrund. So untersuchen wir zurzeit den Verwandtschaftsgrad von Metastasen innerhalb eines Patienten.

Besonders interessant ist es, wenn hier von einem Patienten viele Metastasen untersucht werden können unter einer bekannten Therapie. Hier können wir feststellen, welche Veränderungen innerhalb dieser Tumorerkrankung vorteilhaft sind zum Überleben der Krebszellen während einer Behandlung. Man nennt diese Prozesse Resistenzentwicklung, wie es auch bei Antibiotikatherapie beobachtet wird. Bei Säugetierzellen, wie den menschlichen Krebszellen sind die Prozesse jedoch viel komplizierter. Daneben laufen eine ganze Reihe weiterer Projekte zum Melanom, aber auch zu anderen Krebserkrankung, wie den kutanen Lymphomen und dem Basalzellkarzinom.

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Hautkrebspreis 2017

Skin Cancer Award

Es freut uns sehr, Ihnen mitzuteilen, dass der Verein für Hautkrebsforschung in Zusammenarbeit mit der Firma Pierre Fabre 2012 einen Forschungspreis für junge Wissenschaftler im Bereich Dermato-Onkologie ins Leben gerufen hat.

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Aktuelles

  • SWISS MEDICAL FORUM – SCHWEIZERISCHES MEDIZIN-FORUM 2017;17(33):678–685

    Hautkrebserkrankungen gehören zwar zu den häufigsten Malignomen beim Menschen, lassen sich aber in der Regel einfach rechtzeitig erkennen und kurativ behandeln. Die therapeutischen Möglichkeiten sind in den letzten Jahren wesentlich verbessert worden. Essentiell für das Management von malignen Hauttumoren und die klinische Forschung ist ein gut organisiertes Netzwerk aus Behandlungszentren und niedergelassenen Spezialisten.

    Written on Saturday, 19 August 2017 16:52
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