Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter

Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter 15

03-08-2016

Nationale Hautkrebswoche 2016 – Kurzinformation einiger beteiligten Zentren

Kantonsspital St. Gallen
Anlässlich der Nationalen Hautkrebs-Kampagne 2016 konnte am 30. Mai 2016 in der Klinik für Dermatologie am Kantonspital St. Gallen (KSSG) in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen (Dr. Anita Bon, Dr. Valérie Hauser, Dr. Martin Widmer) bei knapp 150 Patienten ein Ganzkörperscreening durchgeführt werden, und dabei mindestens 2 Melanome erkannt und exzidiert werden. Ebenso erfreulich war das enorme Interesse der Besucher an der multidisziplinären Öffentlichkeitsveranstaltung im Hörsaal KSSG, was die grosse Popularität dieser SGDV Aktivität deutlich unterstrich.

Dermatologie USZ, Zürich
Am 30. Mai 2016 nahm die dermatologische Klinik am nationalen Hautkrebstag Teil. Die Patienten konnten einen Termin zum Screening vereinbaren und so konnten 111 Patienten von dem kostenlosen Screening profitieren. Es wurde ebenfalls über Mittag eine Patientenveranstaltung durchgeführt, die sehr gut besucht war.
Prof. Dr. med. Ralph Braun, Leitung Hautkrebsvorsorge, Dermatologie USZ

My Skin Check, Mai 2016

Während des Monats Mai konnten im Rahmen der „My skin check“ Kampagne von La Roche-Posay, Muttermale unter kostenlos untersucht werden. Dieses Jahr beurteilten während der Aktion die teilnehmenden Dermatologen, unter der Leitung von Prof. Dr. Dummer, 232 Fälle und stuften dabei 167 Fälle als verdächtig ein, was etwa 31% entspricht. Auch in den Vorjahren lag die durchschnittliche Rate bei etwa 30%. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer belief sich auf 36 Jahre; erfreulicherweise verzeichneten wir unter den Nutzern 40% Männer; erfahrungsgemäss wird das Angebot deutlich mehr von Frauen genutzt. Dies zeigt uns, dass wir mit „My skin check“ auch zunehmend mehr Männer avisieren können, was auch ein wesentliches Ziel der Kampagne ist. Weitere Informationen unter www.myskincheck.ch .

Fortbildung 19. Mai 2016 – Dermatoonkologie: Lymphome und andere seltene Hauttumore

Im Rahmen der oben genannten Veranstaltung wurden am 19.5.2016 in einer Reihe von ausgezeichneten Präsentationen aktuell wichtige Probleme der Versorgung von Hautkrebspatienten besprochen. Ein wichtiger Vortrag behandelte die Indikation und den Ablauf der peripheren Stammzelltransplantation bei Patienten mit kutanen Lymphomen, die heute als einzige kurative Therapiemassnahme bei diesen seltenen Erkrankungen gilt. Es handelt sich dabei um eine sehr aufwändige Behandlung die mit gewissen Risiken einschliesslich einer Mortalität von bis zu 20% verbunden ist, und deshalb muss die Indikation zu dieser Massnahme mit grosser Sorgfalt gestellt werden.

Im zweiten Teil wurden die operative Therapie und die Radiotherapie der kutanen Sarkome besprochen. Hier muss sicherlich unterschieden werden zwischen Sarkomen die in der Dermis also oberflächlich entstehen versus Sarkome die vom tieferen Gewebe wie Fettgewebe oder Faszie bzw. Muskulatur ausgehen. Die tieferliegenden Sarkome sind sicherlich aggressiver. Aufgrund der ständig neuen Erkenntnisse in dieser sehr heterogenen Erkrankungsgruppe sollten diese Fälle in einem speziellen Setting besprochen und behandelt werden. Das Tumorzentrum der Universitätsklinik Zürich bietet ein Sarkomboard an.

Für das klar definierte Kaposi-Sarkom der Haut ist die Radiotherapie eine sehr wirkungsvolle und in der Regel gut verträgliche Therapieoption.

Beim Melanom können wir zurückblicken auf eine ganze Reihe von positiven Entwicklungen, vor allem im Gebiet der Immuntherapie und der zielgerichteten Therapie, die heute überwiegend in der Kombination von BRAF Inhibitoren und MEK Inhibitoren besteht. Die Entwicklung bleibt jedoch nicht stehen, sodass weiterhin klinische Forschung notwendig sein wird. Erfolgreiche Moleküle werden jetzt in früheren Krankheitsstadien (adjuvant) untersucht. Daneben ist es wichtig zu untersuchen, ob die Kombination von verschiedenen Partnern möglich und sinnvoll ist oder ob diese Therapien sequentiell durchgeführt werden sollen.

Eine aktuelle Studienliste finden Sie auf der Webpage des Tumorzentrums:
www.tumorzentrum.usz.ch/forschung/

Prof. Reinhard Dummer

Zusammenarbeit mit Kantonsspital St. Gallen – Neue Leitung ab 1.5.2016 und intensivierte Kollaboration auch speziell hinsichtlich kutaner Lymphome

Die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) untersteht seit 1. Mai 2016 PD Dr. Antonio Cozzio, welcher im Oktober letzten Jahres als erster Chefarzt der dortigen Klinik gewählt wurde. Nach seinem Austritt aus der Dermatologie USZ ging die Leitung der Hautlymphom-Sprechstunde in Zürich an PD Dr. Katrin Kerl sowie PD Dr. Emmanuella Guenova über. PD Dr. Guenova leitet zudem das entsprechende Pendant in St. Gallen, womit sich zwischen diesen Kliniken natürliche Synergien ergeben z.B. in der Akquisition klinischer Studien sowie von Registerstudien, u.a. der aktuellen Studien des Cutaneous Lymphoma International Consortium (CLIC), in welcher prospektiv klinische, histologische sowie molekulare Informationen von Patienten mit kutanen T-Zell-Lymphomen gesammelt werden.

PD Dr. Antonio Cozzio & PD Dr. Emmanuella Guenova

Kongress-News ASCO 2016 / NEMO; Highlights der ASCO 2016 (American Society of Clinical Oncology)

Die ASCO 2016 beinhaltete wiederrum einige interessante und wegweisende Studienergebnisse, die sich auf die Behandlungspfade von Hautkrebspatienten auswirken.

Der Antikörper Avelumab, ein Antikörper der gegen PD-L1 gerichtet ist, wurde in einer prospektiven Studie untersucht. Bei Patienten mit metastasierenden Merkelzellkarzinom die bereits mit einer Chemotherapie vorbehandelt waren. In diesem schwierigen Patientenkollektiv zeigte der Antikörper eine Ansprechrate von 31%, wobei bei 9% der Patienten sogar ein vollständiges verschwinden der aller Metastasen erzielt wurde. Im Gegensatz zur Chemotherapie sind diese Remissionen langanhaltend.
Für die Patienten in der Schweiz kann nun dieser Antikörper im Rahmen eines Compassionate Use Programms von der Firma Merck Serono Nachbewilligung durch die Swissmedic angewendet werden.

Wie erwartet gab es auch beim metastasierenden Melanom zahlreiche neue Ergebnisse. Insbesondere stellte Frau Prof. Caroline Robert aus Paris Langzeitdaten zur Behandlung mit Pembrolizumab vor. Im Rahmen einer Phase I Studie wurden 655 Patienten mit metastasierendem Melanom in verschiedenen Kohorten behandelt. Die 2-Jahres- Überlebensrate für alle Patienten lag bei 50%, für die im Stadium IV und vorbehandelten Patienten lag sie bei 47%. Erstmals wurden für Pembrolizumab 3-Jahres-Überlebenszeiten berichtet die bei 40% bei allen Patienten lag, während sie bei den nicht vorbehandelten sogar bei 45% lag.

BBei etwa 10% wurde eine komplette Remission berichtet. In dieser Situation kann nach einer Bestätigung der kompletten Remission die Therapie abgesetzt werden, ohne dass es zu Rezidiven kommt, obwohl hier die Nachbeobachtungszeit noch kurz ist.
Interessant war auch ein Update zur Studie CheckMate 67, bei der die Monotherapie mit Nivolumab oder Ipilimumab mit der Kombination verglichen wird. Es finden sich konsistente Ergebnisse. Die Monotherapie mit Nivolumab und Kombinationsbehandlung mit Nivolumab und Ipilimumab ist gegenüber Ipilimumab deutlich besser bzgl. Ansprechrate und progressionsfreiem Überleben. Die Behandlung mit Monotherapie mit Nivolumab. Die Unterschiede zwischen der Kombination und Nivolumab sind statistisch nachweisbar (hazard ratio combo versus Nivo 0.76).

Da allerdings nur die Ansprechrate und das progressionsfreie Intervall deutlich verbessert sind, kommt diese Behandlung insbesondere dann in Betracht, wenn der Tumor des jeweiligen Patienten den prognostisch/prädiktiven Marken PD-L1 nicht exprimiert.
Erstmals wurden Daten der NEMO-Studie vorgestellt. Bei dieser prospektiven randomisierten Studie wurde der MEK Inhibitoren Binimetinib mit einer Chemotherapie mit Dakarbazin bei Patienten mit metastasierendem Melanom verglichen, die eine NRAS-Mutation aufweisen.

Die Studie war positiv, da sowohl das progressionsfreie Intervall als auch die Ansprechrate besser war beim MEK Inhibitor. Besonders interessant ist, dass das progressionsfreie Intervall in der Gruppe der mit Immuntherapie vorbehandelten Patienten sogar günstiger ausgefallen ist wie in der Gesamtpopulation. Es ist davon auszugehen, dass diese Studie zur Zulassung des MEK Inhibitors Binimetinib zunächst in den USA und dann wahrscheinlich auch in Europa führen wird.

Prof. Reinhard Dummer

Planung weiterer Aktivitäten 2016 und 2017

Bereits ist der Verein für Hautkrebsforschung wiederum an der Planung der Aktivitäten die für 2017

Zürcher Dermatologische Fortbildungstage 2017: Jahresthema
Der wissenschaftliche Beirat der ZDFT hat entschieden, dass das Jahresthema für 2017 „Tumore und Tumorsyndrome“ sein wird. Dabei wird der Fokus auf seltenere Hauttumoren gelegt werden. Über das detaillierte Programm wird der Beirat im November 2016 entscheiden.

Anregungen für weitere Aktivitäten respektive auch Ihre Bereitschaft, sich für weitere Massnahmen zu engagieren, sind uns jederzeit sehr willkommen. Gerne wird der Vorstand Ihre Ideen prüfen und Ihnen eine Rückmeldung geben. Sie können sich hierzu jederzeit gerne Catherine Frey-Blanc (This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.; 044 255 86 63) wenden.

Datum: Die nächste Mitgliederversammlung und Vorstandsstizung findet vor der interdisziplinären Fortbildung Dermatoonkologie/Hauttmorzentrum USZ am 18. Mai 2017.
Bibliothek Dermatologie, Raum C4, statt; wir werden Sie rechtzeitig dazu einladen.

 

Newsletter 15

Hautkrebspreis 2017

Skin Cancer Award

Es freut uns sehr, Ihnen mitzuteilen, dass der Verein für Hautkrebsforschung in Zusammenarbeit mit der Firma Pierre Fabre 2012 einen Forschungspreis für junge Wissenschaftler im Bereich Dermato-Onkologie ins Leben gerufen hat.

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Aktuelles

  • SWISS MEDICAL FORUM – SCHWEIZERISCHES MEDIZIN-FORUM 2017;17(33):678–685

    Hautkrebserkrankungen gehören zwar zu den häufigsten Malignomen beim Menschen, lassen sich aber in der Regel einfach rechtzeitig erkennen und kurativ behandeln. Die therapeutischen Möglichkeiten sind in den letzten Jahren wesentlich verbessert worden. Essentiell für das Management von malignen Hauttumoren und die klinische Forschung ist ein gut organisiertes Netzwerk aus Behandlungszentren und niedergelassenen Spezialisten.

    Written on Saturday, 19 August 2017 16:52
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