Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter

Verein für Hautkrebsforschung - Newsletter 17

04-07-2017

Nationale Hautkrebswoche 2017

Am 15. Mai 2017 nahm die Dermatologische Klinik USZ am nationalen Hautkrebstag Teil. Wiederum ist das Angebot für eine kostenlose Erstuntersuchung auf grossen Erfolg gestossen – die reservierten Slots waren rasch ausgebucht

Skin Cancer Nurse, finanziert vom VHKF – Status Quo Etablierung der Stelle, Broschüre, Medienarbeit u.a. – seit Oktober 2016
Eine SCN ist eine Brückenfunktion zwischen dem Melanom Patienten und dem Arzt. Sie ist das Sprachrohr für die Patienten. Sie vermittelt und vernetzt je nach Problematik verschiedene Dienste wie z.B. Sozialdienst, Psychoonkologie, Seelsorge, Onkologische palliative Spitex. In erster Linie hört die SCN dem Patienten aufmerksam zu und analysiert wo das Problem ist. Die SCN begleitet die Patienten von Beginn der Diagnose bis zum Lebensende in den verschiedenen Behandlungssettings.Die neue Position der Skin Cancer Nurse hat sich in der Dermatologischen Klinik USZ sehr rasch und gut im Behandlungs-/Betreuungskonzept der Patienten mit metastasierendem Melanom in der Dermatologischen Klinik USZ etabliert. Patienten und Angehörige versichern uns laufend, welch enorme Erleichterung für sie diese Dienstleistung darstellt. Sie schätzen insbesondere auch die Kompetenz und die professionelle und dennoch sehr persönliche Betreuung von Sandra Fluri sehr. Ihre Arbeit ist für uns sozusagen nicht mehr «wegzudenken». In der Beilage finden Sie zu Ihrer Information ein Interview mit Sandra Fluri über ihre Tätigkeit.Die neue Broschüre über das Angebot der Skin Cancer Nurse musste bereits nachgedruckt werden. Der VHKF ist explizit als Partner mit Logo und Website aufgeführt.

Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit – Cancer Academy – Cancer Center Zürich, 25. April 2017
An der sehr gut besuchten Informationsveranstaltung mit über 150 TeilnehmerInnen über Hautkrebs im Rahmen der Reihe «Cancer Academy» des Cancer Center Zürich referierten Prof. Braun und Prof. Dummer über Hautkrebsvorsorge bzw. neuste Behandlungsmöglichkeiten des Melanoms.
Weiter informierte C. Frey-Blanc über Ziele und Aufgaben des VHKF vor. Eine Vertreterin der Melanom-Selbsthilfegruppe erläuterte die Aufgabe und Bedeutung der neuen Skin Cancer Nurse-Position und stellte Sandra Fluri, jetzige Stelleninhaberin, vor.Am anschliessenden Apéro ergaben sich ein reger Austausch mit den TeilnehmerInnen, der aufgrund der Rückmeldungen offensichtlich sehr geschätzt wurde.
Dieser erfolgreiche Anlass motiviert uns, nächsten Frühling im Namen des VHKF eine ähnliche Veranstaltung zu organisieren – zur weiteren Verbreitung und Verankerung des VHKF in der Öffentlichkeit.

My Skin Check, Mai 2017
Im Jahr 2017 wurde wieder in Zusammenarbeit mit La Roche-Posay die Kampagne «My Skin Check» durchgeführt. Seit 2008 haben fast 10’000 Teilnehmer kostenlos dies durchgeführt. In der diesjährigen Periode vom 1. Mai bis 31. Mai 2017 haben 930 Personen teilgenommen. Hauptsächlich im Alter von 20 – 39 Jahren. Das Durchschnittsalter war 35 Jahre. Wie im letzten Jahr haben mehr Frauen teilgenommen. Von den eingesandten 930 Hautläsionen wurden 23% als verdächtig beurteilt. Bei diesen Läsionen wurde der Besuch bei einem Dermatologen empfohlen.
Allen Teilnehmern wurde nahegelegt, ihre Hautveränderungen regelmässig zu beobachten. Schnelle Veränderungen von Hautläsionen bezüglich Form, Farbe aber auch Blutungen und Juckreiz können Symptome einer malignen Hauterkrankung sein.
Mit dieser Aktion hoffen wir zu einer verbesserten Hautkrebsprävention durch die gesteigerte Aufmerksam der Bevölkerung beitragen zu können.
www.myskincheck.ch

Fortbildung 18. Mai 2017 – Dermatoonkologie: Neuigkeiten zum Melanom
Im Rahmen der oben genannten Veranstaltung hielt Frau Privatdozentin PD. Dr. Ulrike Leiter aus Tübingen … einen Vortrag zur Wertigkeit der Lymphknotendissektion bei positiven Sentinel-Node. Eine grosse, in Deutschland durchgeführte Studie und eine weitere internationale Studie, die kürzlich im New England Journal of Medicine publiziert wurde, zeigen einheitlich, dass die Lymphknotendissektion bei Mikrometastasen nicht sinnvoll ist. Wir werden deshalb diesen Eingriff nur noch sehr selten durchführen und stattdessen die Patienten mit Ultraschalluntersuchungen engmaschig nachkontrollieren. Damit werden Schäden durch die Operation vermieden, was hoffentlich die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten verbessert.
Daneben besprach Frau Dr. Laurence Imhof die Rolle der Grenzstrahltherapie bei Lentigo maligna Melanomen in der Gesichtshaut und Herr Prof. Jürg Hafner den Stellenwert der Elektrochemotherapie bei verschiedenen Neoplasien der Haut, insbesondere bei In-transit-Metastasen. Dabei handelt es sich um oberflächliche Ableger von Melanomen die zwischen dem Primärtumor und der dazugehörigen Lymphknotenregion auftreten.

Gross-Donationen im Dezember 2016 und März 2017
In den letzten Monaten erhielt der VHKF zwei Donationen in der Höhe von sehr beachtlichen Beträgen: Im Dezember eine in der Höhe von 20'000 und im März eine im Betrag von CHF 100'000.-. Dies freut uns sehr, umso mehr es zeigt, dass die Tätigkeit des Vereins geschätzt und anerkannt wird.

Kongress Highlights der ASCO 2017 (American Society of Clinical Oncology)
Im Bereich Hautkrebs gab es einige spannende Beiträge. Wichtig für die Praxis ist die Studie zur adjuvanten Therapie des Melanoms mit 2 verschiedenen Dosen von Ipilimumab. Hier zeigt sich, dass Ipilimumab in einer Dosierung von 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht wesentlich besser verträglich ist und sehr ähnlich wirksam ist.
Sehr wichtig auch die Studien zur Wirksamkeit moderner Therapieverfahren bei Patienten mit Hirnmetastasen. Hier zeigen sowohl zielgerichtet Medikamente wie Dabrafenib und Trametinib sowie die Kombination Ipilimumab und Nivolumab eine vernünftige Wirksamkeit.
Besonders spannend waren die Beiträge zu Phase I Studien in der Vortragsreihe zur frühen Entwicklungsphase von Medikamenten. Es gibt eine ganze Reihe von neuen interessanten Molekülen, die möglicherweise bald ihren Weg in die Behandlung des fortgeschrittenen Hautkrebses finden werden. Nicht nur das Melanom wird durch die Immuntherapie erfolgreich behandelt, eine am Sonntag vorgestellte Studie zeigt eine beachtliche Wirksamkeit eines Anti-PD1 Antikörpers beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Haut.
Die Wirksamkeit bei Hirnmetastasen entspricht unseren Erfahrungen in Zürich ausserhalb von klinischen Studien. Es zeigt sich jedoch, dass die Ansprechdauer unter Therapie mit zielgerichteten Medikamenten im ZNS Bereich kurz ist. Hier kann evtl. doch eine stereotaktische Bestrahlung helfen. Enttäuschend sind die Behandlungsergebnisse beim Aderhautmelanom. Deshalb werden wir an der dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich dieses Jahr zwei prospektiv randomisierte Studien für diese Behandlungsindikation starten.
In einer grossen englischen Studie begleitenden translationalen Forschung wurde gezeigt, dass zirkulierende Tumor DNA nach operativer Entfernung von Metastasen eine sehr hohe prognostische Relevanz hat. Diese Beobachtung könnte evtl. bald in der Klinik eingesetzt werden.
Bei der Behandlung mit zielgerichteten Medikament deutet sich an, dass dreier Kombinationen in der Klinik bald eingesetzt werden können. Hier ist es wesentlich, die Kombinationspartner auf das molekularbiologische Profil des Primärtumors auszurichten. Interessant sind die Wirkungen von viralen Vektoren in der Frühphase der Immune Response.
Glücklicherweise haben viele Ergebnisse unsere tägliche Praxis bestätigt: Wir haben bis jetzt in der adjuvanten Therapie Ipilimumab immer in einer Dosierung von 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht eingesetzt was jetzt im Hinblick auf der amerikanischen Studie gerechtfertigt erscheint. Patienten mit Hirnmetastasen wurden auch primär mit systemischer Therapie behandelt. In Zukunft werden wir wahrscheinlich in diesem Zusammenhang eher auf die Kombinationsbehandlung Ipilimumab und Nivolumab setzen.

Prof. Mitchell Levesque – ausserordentliche Professur ad personam
Per 1. Juni 2017 wurde Prof. Mitchell Levesque von der Universität Zürich zum ausserordentlichen Professor ad personam, Bereich “Experimentelle Hautkrebsforschung” befördert.
Dies freut insbesondere deshalb, da der die Aufnahme der Tätigkeit von Prof. Levesque für diesen Forschungsbereich ja nur ermöglicht werden konnte durch die Finanzierung der ersten 3 Jahre über den VHKF. Wir gratulieren herzlich.

Stellungnahme des Vereins für Hautkrebsforschung zur Methadon Therapie
In den deutschen Medien wurde in den letzten Monaten enthusiastisch über einen Anti-Tumoreffekt von Methadon berichtet. Methadon ist ein Morphin, dass zur Behandlung von Heroinsüchtigen eingesetzt wird und somit durchaus Risiken birgt.
Eine Wissenschaftlerin aus Ulm hat im Reagenzglas zeigen können, dass bei einigen Tumorzellen Methadon zur Wachstumsreduktion führt.
Jedoch ist bei einigen Leukämiezelllinien ein gegenteiliger Effekt beobachtet worden. Auf Anfrage von Patienten, hat Frau Dr. Marie-Charlotte Brüggen und Prof. Mirjana Maiwald umfangreiche Literaturrecherchen eingeleitet und mit der Forscherin Kontakt aufgenommen. Aus unserer Sicht liegen zurzeit keine Anhaltspunkte vor, dass Methadon beim Melanom hilfreich ist. Wir werden jedoch auf Wunsch unserer Patienten verschiedene Melanomzellen im Reagenzglas testen, wie sie auf Methadon reagiert. Bis dahin raten wir davon ab.

Der Schweizer Arbeitskreis für Krebskrankheiten hat eine ähnliche Stellungnahme abgegeben, ein Interview hierzu finden Sie unter folgendem Link;
https://m.srf.ch/sendungen/tagesgespraech

Internet/Homepage – Übersicht Hit-Liste/Statistik – Besuche der Homepage
Die monatliche Auswertung seit Oktober 2016 zeigt, dass die Homepage im Durchschnitt gegen 800 x angeklickt wird. Favoriten sind die Seiten mit Informationen über die verschiedenen Hautkrebstypen. Die Anzahl Klicks ist nach Beurteilung des USZ-Web-Teams – im Vergleich – ein sehr erfreuliches Resultat.

Aktivitäten 2018
Bereits ist der Verein für Hautkrebsforschung wiederum an der Planung der Aktivitäten die für 2018

  • Publikumsinformation über Hautkrebs anlässlich Nationaler Hautkrebswoche – April / Mai VHKF zusammen mit USZ
  • Anregungen für weitere Aktivitäten respektive auch Ihre Bereitschaft, sich für weitere Massnahmen zu engagieren, sind uns jederzeit sehr willkommen. Gerne wird der Vorstand Ihre Ideen prüfen und Ihnen eine Rückmeldung geben. Sie können sich hierzu jederzeit gerne Catherine Frey-Blanc (This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.; 044 255 86 63) wenden.
  • Datum: Die nächste Mitgliederversammlung und Vorstandssitzung findet vor der interdisziplinären Fortbildung Dermatoonkologie/Hauttmorzentrum USZ am 18. Mai 2018, Bibliothek Dermatologie, Raum C4, statt; wir werden Sie rechtzeitig dazu einladen.

 

Newsletter 17

Hautkrebspreis 2017

Skin Cancer Award

Es freut uns sehr, Ihnen mitzuteilen, dass der Verein für Hautkrebsforschung in Zusammenarbeit mit der Firma Pierre Fabre 2012 einen Forschungspreis für junge Wissenschaftler im Bereich Dermato-Onkologie ins Leben gerufen hat.

Erfahren Sie mehr 

Aktuelles

  • SWISS MEDICAL FORUM – SCHWEIZERISCHES MEDIZIN-FORUM 2017;17(33):678–685

    Hautkrebserkrankungen gehören zwar zu den häufigsten Malignomen beim Menschen, lassen sich aber in der Regel einfach rechtzeitig erkennen und kurativ behandeln. Die therapeutischen Möglichkeiten sind in den letzten Jahren wesentlich verbessert worden. Essentiell für das Management von malignen Hauttumoren und die klinische Forschung ist ein gut organisiertes Netzwerk aus Behandlungszentren und niedergelassenen Spezialisten.

    Written on Saturday, 19 August 2017 16:52
Weitere

Unterstützen Sie uns!

Unterstützen Sie uns im Kampf gegen Hautkrebs

Mit einer Spende können Sie uns Im Kampf gegen Hautkrebs helfen!

Donatoren können selber entscheiden, welche Form von Unterstützung sie wählen möchten 

Erfahren Sie mehr